Malaysia-Symposium eröffnet Marktchancen für deutsche Werkzeugmaschinenhersteller

Malaysia bleibt trotz seiner derzeit abgeschwächten Wirtschaftsdynamik ein interessanter Exportmarkt für deutsche Werkzeugmaschinenhersteller. Zwar sind die Prognosen für den Werkzeugmaschinenverbrauch 2017 nur verhalten positiv, doch ab 2018 werden bereits wieder jährliche Zuwächse von rund 3 Prozent vorhergesagt. Auch langfristig bietet Malaysia Maschinenlieferanten Perspektiven, denn das Land ist in diesem Bereich weitgehend auf den Import angewiesen.

Derzeit dominieren asiatische Akteure den malaysischen Importmarkt, allen voran Japan. Doch immerhin liegt Deutschland hinter China und Taiwan auf dem vierten Rang, mit Raum zur Steigerung – schließlich agierten Hersteller aus der Bundesrepublik in Malaysia bisher weitgehend verhalten. Der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) engagierte sich daher in dem ASEAN-Staat mit einem Symposium. „Dabei geht es vor allem darum, um Mitgliedsunternehmen ein Gespür für den malaysischen Markt zu verschaffen“, beschreibt Klaus-Peter Kuhnmünch die Motivation für die mehrtätige Veranstaltung. Als Organisator der VDW-Auslandssymposien begleitet er bereits seit Jahren Vertreter deutscher Werkzeugmaschinenhersteller in interessante Märkte rund um die Welt. Diesmal nutzten dieses Angebot die Firmen Alzmetall, Chiron-Werke, DMG Asia, FFG Europe & Americas, Hermle, Index-Werke, Liebherr-Verzahntechnik, Mauser-Werke und Open Mind. Die Mehrzahl wollte den Markt besser kennenlernen und Kontakte knüpfen. Andere gingen bereits mit dem Vorsatz auf die Reise, Partner oder Vertretungen in der Region zu gewinnen. Und mehrere nutzten das Angebot, da sie bereits in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit dem VDW-Symposienformat gemacht hatten.

Großes Interesse aus der malaysischen Industrie

Die Hauptveranstaltung “Innovations in Production Technology – Machine Tools from Germany” am 11. Juli in Kuala Lumpur wurde von der Deutsch-Malaysischen Industrie- und Handelskammer (AHK Malaysia) unterstützt. Dort hatten die deutschen Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit ihren Redebeiträgen bei Anwendern und potenziellen Partnern zu positionieren. Daniel Bernbeck, Hauptgeschäftsführer der AHK Malaysia, wertet das Symposium als großen Erfolg. „Die hohe Zahl der geschäftlichen Treffen im Veranstaltungsumfeld verdeutlicht das starke Interesse malaysischer Unternehmer an deutscher Technologie. Das Symposium ist ein gelungenes Beispiel für die Kooperation von VDW und AHK in der Markteintrittsberatung, von der vor allem deutsche kleine und mittelständische Unternehmen profitieren können.“

Modernisierung bleibt auf Maschinenimporte angewiesen

Einen Einblick in den Stand der Produktionstechnik ermöglichte der Besuch verschiedener internationaler Niederlassungen im Umfeld des Symposiums. In Penang und Umgebung luden die Firmen Bosch, Osram und Infineon in ihre Produktionsstätten ein. „Diese Besuche machten klar, dass auch Hochtechnologie in Malaysia vertreten ist“, beschreibt Symposiumsleiter Kuhnmünch seine Eindrücke. Allerdings ist die Produktionstechnik des Inselstaates bei weitem noch nicht flächendeckend auf dem Stand hochentwickelter Industrienationen. „Die Erwartungen und Resultate bezüglich Malaysia sind gemischt“, bewertet zum Beispiel Roland Merz, Asia Sales Manager bei Chiron, seine Erfahrungen aus den Geschäftstreffen vor Ort. „Offensichtlich spielt sich das Hauptgeschäft noch im Bereich dreiachsiger Maschinen ab. Von High-End-Lösungen scheint man zum Teil noch ein ganzes Stück entfernt zu sein.“

Das allerdings eröffnet auch eine langfristige Perspektive, denn um technologisch aufzuholen, muss Malaysia auf den Import zurückgreifen. Die industrielle Erneuerung wird der Inselstaat nicht unbegrenzt aufschieben können, da dort anspruchsvolle Branchen zunehmend auf technologisch hochwertige Maschinen angewiesen sind, etwa der Flugzeugbau. Diese Entwicklungen hat zum Beispiel Symposiumsteilnehmer Martin Winterstein im Blick, Business Development Director bei Liebherr Verzahntechnik: „Für uns hat Malaysia wegen seiner wachsenden Aerospace-, aber auch der Kraftfahrzeug- sowie Öl- und Gasindustrie Potenzial. Daher suchen wir dort nach einer Vertretung. Ich bin sehr zufrieden mit dem VDW-Symposium und nehme bereits konkrete Kundenanfragen mit nach Hause. Und für den Herbst planen wir bei Liebherr auch schon einen weiteren Besuch in Malaysia“.

Nicht nur die deutschen Teilnehmer profitierten von der Veranstaltung, sondern ebenso Wirtschaftsvertreter aus Malaysia. „Eine hervorragende Initiative“, begeistert sich zum Beispiel Helmi Sheikh Mahmood. Er ist CEO von Sapura Industrial, Teil einer Unternehmensgruppe, die in allen Schlüsselindustrien der Region aktiv ist. Das Symposium biete der malaysischen Wirtschaft die einmalige Gelegenheit, an einem Ort persönliche Kontakte zu gleich mehreren Vertretern der technologisch hochwertigen Werkzeugmaschinenindustrie aus Deutschland zu knüpfen.

Quelle: Pressemitteilung des Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. (VDW)

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