Formel 1-Wettbewerb: Deutsche Schüler in Malaysia

von Uwe Fischer |

Die Formel 1 kommt nach Malaysia: Gemeint ist hier allerdings nicht die hinlänglich bekannte Abgas-Orgie im Oktober, bei der Hamilton, Vettel und Co. ihre Runden in Sepang drehen, sondern die Weltmeisterschaft der „F1 in schools“. Bei dem Wettbewerb messen sich Schülerteams aus aller Welt, die ihre selbst konzipierten Miniatur-Formel 1-Boliden ins Rennen schicken.

 

Auch ein deutsches Team wird in Malaysia am Start sein. Das celerity.team besteht aus 2 Schülerinnen und 2 Schülern des Märkischen Gymnasiums Iserlohn. Im Rahmen des Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“ hat das Quartett in diesem Jahr erstmals teilgenommen und sämtliche Vorentscheidungen für sich entschieden: Im Februar das Südwestfalen Qualifying, im März die NRW Meisterschaft und im Mai die Deutsche Meisterschaft. Im Audiforum Neckarsulm setzten sich die Iserlohner gegen 15 Teams aus ganz Deutschland durch und konnten sich so für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Malaysia qualifizieren.

Die Rennwagen, um die es bei dem Wettbewerb geht, sind gerade mal maximal 21 Zentimeter lang und dürfen ein Gewicht von 55 Gramm nicht unterschreiten, also deutlich weniger als eine Tafel Schokolade. Gefertigt werden sie  aus einem Balsaholz- oder Model Block-Rohling. Den Antrieb besorgt eine Gaspatrone. Im Wettbewerb müssen die kleinen Formel 1-Renner dann auf einer 20 Meter langen Strecke zeigen, was sie können. Es treten jeweils 2 Wagen gegeneinander an. Besonders lange dauert der Nervenkitzel für die Kontrahenten allerdings nicht. Nach ungefähr einer Sekunde schießen die Wagen bereits ins Ziel.

Für diese eine Sekunde arbeiten die vier Iserlohner schon seit Monaten, wobei: Ihr ursprünglich gestecktes Ziel, nämlich die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, haben sie mit ihrem Sieg derselben ja eigentlich bereits übererfüllt. Dennoch ruhen sich die Freunde nicht auf ihren Lorbeeren aus, denn nun gilt es, das Heimatland auf internationaler Ebene würdig zu vertreten.

Die vier vom celerity.team haben sich die Aufgaben gemäß ihrer individuellen Stärken aufgeteilt: Larissa Pirrello (18) hat als Teammanagerin ein Auge auf Zeit- und Kostenmanagement, Bine Blechmann (17) betreut als Marketingmanagerin die Sponsoren und Medien. Jonas Trettin (18) zeichnet verantwortlich für die Gestaltung und Umsetzung des Erscheinungsbildes und kümmert sich um die Webseite https://celerity.team/de, sein Bruder Paul (17) ist als Konstrukteur federführend bei der Entwicklung des Fahrzeuges inklusiver Umsetzung und Koordination der Fertigung.

Bei dem Wettbewerb, den es bereits seit 1999 gibt, geht es allerdings nur vordergründig darum, als erster durchs Ziel zu kommen. Wichtiger ist der Lerneffekt, wie man ein solches Projekt eigenverantwortlich plant und weiter entwickelt.  Dadurch sollen das Verständnis und der Einblick in die Be­reiche Produktentwicklung, Technologie und Wissenschaft verbessert werden. Bei den Wettbewerben fließen auch die Präsentation, ein Portfolio und eine Teambox in die Bewertung auch mit ein.

Viel zu tun also für die Schüler, und es bleibt ihnen nur noch knapp 2 Monate Zeit, bevor sie sich in Malaysia beim World Final der „F1 in schools“ mit den besten Teams der Welt messen: Ihr Fahrzeug muss nochmals neu konstruiert werden, um den abweichenden technischen Anforderungen zu genügen, weitere Sponsoren müssen gefunden, viele Detailfragen gelöst werden. Auch eine 10-minütige Präsentation wird in Kuala Lumpur von den Schülern erwartet, bevor dann auf der Rennbahn die Stunde (beziehungsweise die Sekunde) der Wahrheit schlägt. Wir drücken die Daumen!

Die F1 in Schools World Finals 2017 finden vom 24. bis 27. September in Kuala Lumpur/Malaysia im Sunway Resort Hotel statt.

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